Kyaing Tong

Buddha Statue, เชียงตุง รัฐฉาน Kyaing tong, Myanmar
Buddha Statue, เชียงตุง รัฐฉาน Kyaing tong, Myanmar

Heute am 5. Tag unserer Reise ging es per Flug mit Air Bagan nach Kyaing Tong (Kengtung die Hauptstadt des östlichen Shan-Staat), wo wir am Nachmittag rund um diese Stadt einige kleine Besichtigungen unternahmen. Lone Tree Hill, „Town View Point“ oder Naung Ton See, den wir einmal zu Fuß umrundeten, waren unserer Stationen dieses Tages. Aber das Beste kam wie immer zum Schluss - unser Abendessen im Golden Banyan Restaurant. Hier trafen sich wohl auch die anderen paar Touristen, welche zu dem Zeitpunkt mit uns in Kyaing Tong waren, die Anzahl der Gäste war jedenfalls in dieser Stadt recht überschaubar, schließlich ist dieser Landesteil welcher in der Nähe der chinesischen Grenze liegt, erst seit einiger Zeit auch für ausländische Touristen geöffnet.

Die nächsten Tage wanderten wir nach einer ca. einstündigen Autofahrt auf der Ladefläche eines Kleintransporters mit einem lokalen Tour Guide durch die ursprüngliche Landschaft zu den Dörfern in der Umgebung von Kyaing Tong. Es waren einfache Wanderungen durch ursprüngliche Dörfer und Landschaften von kulturell verbundenen Begegnungen mit den Menschen des Akha- und Wa-Volk in dieser noch ursprünglichen Region. Unser Guide nutzte dabei die Gelegenheit den Kindern einige Süßigkeiten und an die Erwachsenen etwas an Medikamenten zukommen zu lassen, während die Gruppe hauptsächlich nützliche Dinge wie Strümpfe, Seifen oder Zahnbürsten verteilte. Die Tage vergingen wie im Flug, so dass wir spät am Abend des 8. Tages, die Sonne war längst unter gegangen, am Inle See ankamen, gerade noch rechtzeitig um mit den Longtrailbooten über den See zu unserem 20 minuten entfernten Hotel zu gelangen.

Buddhastatuen und Leben rund um und in Kaying Tong

Bezaubernder Inle See

Was für ein herrlicher See im Shan Staat Myanmars mit 17 Dörfern in und am Inle See und ein Bungalow in unserem Hotel so groß als wäre man mit einer fünfköpfigen Familie unterwegs, dazu am nächsten Tag ein magischer Ort im Sonnenschein mit seinen Einbeinruderern, Fischern, Handwerkern und Bauern, mit seinen Pagoden und heiligen Stätten und einer kleinen Fahrradtour zum Kinderheim am Rande des See`s. Die Kinder des Heim begrüßten uns recht herzlich und nach einem Abstecher zur Pagode wurde uns hier in idyllischer Athmosphäre zum Abschluss noch reichlich Tee und Obst gereicht. Die schwimmenden Dörfer hinterlassen nicht nur einen bleibenden Eindruck, sie faszinieren zugleich und vermitteln dem Besucher eine sich im Gleichgewicht zur Natur befindlichen Bevölkerung die Seinesgleichen sucht. Die Frage ist, ob man dies auch dann noch erreicht, wenn der Tourismus alsbald aufgrund dieser natürlichen Schönheit weiter zunimmt. An diesem Tag wurden wir am Morgen von einem Ausläufer eines Erdbeben, welches sich mit einer Stärke von 6,8 100km von Mandalay entfernt ereignete, überrascht. In diesem Moment wurde das Zimmer eigenwillig destabilisiert, die Stromaggregate setzten aus, das kleine Licht das mein Zimmer erhellte erlosch und es war für einen Moment der ganze Raum und die Umgebung um uns herum in eine anmutigende Stille gehaucht, um einige Minuten später mit dem Rattern der Aggregate und dem Erhellen der Lampen wieder einen neuen, wunderbaren Tag einzuläuten. 

Auf dem See befindet sich am Westufer die Phaung-Daw-Pagode. Diese beherbergt fünf kleine Buddhafiguren welche bereits durch das Anbringen von Goldplättchen der Gläubigen bis zur Unkenntlichkeit nun als ovale, fast runde Goldklumpen erscheinen. Aber auch hier gilt – Frauen dürfen den Altar nicht betreten bzw. berühren. Jedes Jahr im Herbst zum Vollmond im Oktober werden vier dieser fünf Buddhafiguren während einer Prozession, dem sogenannten Phaung-Daw-U Fest in einer goldenen Barke zu den größten Dörfern des Sees gebracht. Zum Abschluss der Feierlichkeiten findet dann ein 3 tägiges Fest statt und die Figuren werden anschließend wieder zurück zum Altar gebracht. Um die fünfte Buddhafigur gibt es eine Legende, weshalb diese immer vor Ort in der Pagode bleibt. Solch eine Pagode hier auf dem See zu finden, ist schon ergreifend, wird so auch an diesem Ort der gelebte Buddhismus zum Begleiter eines jeden Wesen das sich hier befindet. Weiter führte unsere Bootausflug in das Kloster der springenden Katzen, dem Monastery Nga Phe Kyaung und einer Werkstatt für Shan-Schirme. Mit welch einfachen Mitteln und Konzentration diese Wunderwerke hergestellt werden ist einfach fantastisch. Am nächsten Tag erleben wir die berauschenden Pagoden beim Dorf Indein am Inle See. Es sollen über 1000 Pagoden sein, welche im 17. und 18. Jahrhundert hier erbaut wurden. Heute ist man dabei, diese zu restaurieren und wieder herzurichten.

Bilder oben: Rund um den Inle-See (Myanmar)     Bild unten: Einbeinruderer

Durch einen kleinen Bambuswald erreicht man das oberhalb des Dorfes liegende Pagodenfeld, vorbei an kleinen Giftständen sowie Restaurants und einem kleinen Wasserfall. Gold glänzende, eng beieinanderstehende nicht übermäßig große Pagoden in Reih und Glied stehen hier im Hauptbereich des Heiligtum, während außerhalb noch unzählige teils langsam zu verfallen drohende, zauberhafte Pagoden auf den Besucher warten. Im Ort aßen wir alsdann gemütlich ein wenig zu Mittag und begaben uns anschließend auf einem Spaziergang zur naheliegende Schule und erkundeten einige Häuser der hier sesshaften Bevölkerung. Spät am Nachmittag ging es mit unseren Langbooten über den Inle-See mit einigen kleinen Besichtigungen wieder in abendlicher Sonnenuntergangsstimmung zurück zum Hotel. Der Abschied am darauffolgenden Tag vom Inle-See fällt nicht leicht. Waren es doch sinnerfüllte Tage an einem der schönsten Orte Myanmars.

Bild 1-8:  Indein Pagodenlandschaft

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