Aufgang zu den Grotten von Pindaya
Aufgang zu den Grotten von Pindaya

Vom Inle-See ging es nun nach Pindaya am Phon Tanoke-See. Einst sollen der Legende zu Folge 7 Prinzessinnen von einer Riesenspinne in der Höhle oberhalb des Sees gefangen genommen worden sein. Ein Prinz mit Pfeil und Bogen tötete die Spinne, befreite die Prinzessinnen und nahm die schönste von Ihnen, wie könnte es auch anders sein, zur Frau. Heute befinden sich in der Höhle bis zu 8000 Buddhafiguren, hergestellt aus Holz, Bronze, Stein oder Zement in allen Gängen und Stollen verteilt, teils so dicht beieinander, das oft ein vorher begehbarer Durchgang schnell zur Sackgasse wird. Die Figuren werden durch entsprechende Beleuchtung in einen Hauch von Mystic gebettet und stammen zum größten Teils aus dem 18 Jahrhundert. Nach Besichtigung der Höhle war noch genügend Zeit, die Umgebung, die Stadt oder den See zu besichtigen. Es ist allerdings ein doch eher beschaulicher, kleiner Ort den man mit Pferdewagen oder zu Fuß besucht und auf dem das Hauptaugenmerk auf den Pindayahöhlen liegt. Im Hotel ließ man an diesem Abend zur bevorstehenden Feier des Tazaungmon an dem sich nach dem burmesischen Mondkalender das Grau der vorangegangenen Regenzeit in erleuchtetes Blau verwandelt, einen Heißluftballon steigen. Als er gen Himmel aufstieg und aus den Augen verschwand, nahm ein weiterer verzauberter Tag seinen Abschied.

Wir begaben uns an dem darauffolgenden Tag unseren Weg Richtung Mandalay fortzusetzen. Von Pindaya nach Mandalay sind es immerhin ca. 290 km, was eine Busfahrt von fast einem ganzen Tag bedeutet, die wir aber Dank unserer umsichtigen Pyuh Pyuh mit einigen schönen Stopps die auf dem Wege lagen, erträglich gestalten konnten, zumal wir auch eine Menge Platz im Bus besaßen, so dass ein jeder seine Freiheiten entsprechend den Umständen ausleben konnte.

Am späten Nachmittag, die Sonne folgte bereits ihrem abendlichen Lauf kamen wir in der quirligen und klangvollen Stadt an. Mandalay! Verkehr ohne Ende, Mopeds und Fahrradfahrer in einem Knäuel mit Bussen und Autos, so dass im ersten Moment ein Fahrradfahren hiesiger Europäer mit dem Rest dieser Welt fast unmöglich schien. Nun um es vorweg zusagen, es sah wohl nach der langen Busfahrt eher so aus, aber wie so oft, trügt der Schein ja bekanntlich.

Mandalay

Shwenandaw Pagode  (Mandalay)
Shwenandaw Pagode (Mandalay)

Und so begaben wir uns am nächsten Tag per pedes in das Gewühl des angesagten Verkehrschaos. Die charmante Pyuh Pyuh und unser Tagesguide fuhren vorneweg, allerdings wer hätte das gedacht, mit dem Moped. Die Verkehrsteilnehmer an diesem Tag hatten wirklich viele Rücksicht auf uns genommen, was sich auch darin zeigte, dass wir am Ende dieses wundervollen Tag alle wieder gesund und wohlbehalten das Hotel erreichten. Zwischenzeitlich hatten wir eine Werkstatt die damit beschäftigt waren die Goldblättchen, welche die Gläubigen auf all jene Buddhafiguren klebten die wir bereits besucht hatten, herzustellen. Wir besuchten mit dem Fahrrad den Königspalast und das hölzerne Shwendaw Kyaung Kloster, begaben uns auf der Pritsche eines Kleintransporters zum Mandalay Hill hinauf und besichtigten die Anlage in aller Ruhe mit seinen herrlichen Ausblicken in das Tal rund um Mandalay.

U-Bein Brücke in Amarapura

Hier in Mandalay hatten wir es mit dem Wetter nicht so gut erwischt wie die Tage zuvor. Der Himmel war bedeckt und neben ein wenig Sonnenschein tröpfelte es gelegentlich leicht, was aber unseren Ausflug mit dem Fahrrad in keinster Weise behinderte. Im Nachhinein war es sogar besser, als mit dem Fahrrad bei 30 Grad und mehr in der Sonne und auf den staubigen Straßen Mandalay`s den Drahtesel zu schwingen. So trieb es uns zum Abendessen durch die Straßen von Mandalay „kurz ums Eck“ in ein hervorragendes chinesisches Restaurant. Es ist immer wieder ein Genuss, in den einfachen einheimischen Restaurants essen zu gehen und für den ein oder anderen ist es auch ein kleines kulinarisches Abenteuer. Der darauffolgende Tag in Amarapura bei der Speisung der Mönche und auf der U-Bein Brücke zeigte sich dafür als der Schlechteste unserer ganzen Reise, denn es regnete in strömen, aber wenigstens war es warm und zum Glück wurde es gegen Nachmittag auch ein wenig aufgelockerter, so dass die Bootsfahrt nach Mingun zur unvollendeten Pagode, mit der sich König Bodawpaya um das Jahr 1790 hier ein Denkmal setzen wollte, in dem er die größte Pagode der Welt errichtete, die aber leider durch seinen Tod nicht vollendet wurde, bei zwar trüben, aber wenigstens trockenem Wetter besichtigt werden konnte. Teile der Pagode waren aufgrund von Beschädigungen durch das vorausgegangene Erdbeben, was wir ja bis an den Inle-See spürten, nicht mehr zugänglich.

Mingun

In Mingun befindet sich auch die wunderbare Hsinbyume Pagode. Sie symbolisiert den mythischen Berg Meru und damit das Zentrum der Welt. König Bagyidaw ließ diese bildhübsche, wellenartige weiße Pagode 1816, drei Jahre vor seiner Inthronisation für seine verstorbene Lieblingsfrau Hsinbyume errichten. Der Zugang führt über mehrere Terrassen und Treppen hinauf zum Plateau der zentralen Stupa und Buddhastatue. Nach kurzer Besichtigung führte uns der Weg weiter zur größten hängenden und unbeschädigten Glocke der Welt, ein wirklich beeindruckend schweres Teil, dass könnt Ihr mir glauben. Nach all den Besichtigungen und Erlebnissen ging es dann am späten Nachmittag wieder per Schiff in einer etwa 1 stündigen Flussfahrt zurück nach Mandalay.

Und so befanden wir uns nun am nächsten Tag auf dem Weg eines der größten Highlights unserer Myanmar Reise zu entdecken. Wir erreichten Bagan mit dem Boot von Mandalay nach Nyaung U. Die wunderbare Fahrt dauerte ungefähr 9,5 Stunden wo wir auf dem Boot von den Eigner bestens Versorgt wurden. Wir Frühstückten und aßen zu Mittag, hatten ein Schiff für uns alleine, so das ausreichend Platz für jeden zur Verfügung stand, Liegen waren an Deck und einen teils sonnigen Tag an Bord.  

Am Ankunftstag hatten wir durch die lange aber schöne Fahrt kaum mehr Zeit die Landschaft zu besichtigen, und so ging es am nächsten Tag nach dem Frühstück mit dem Fahrrad durch die Tempellandschaft von Bagan.

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