Zauberhaftes Bagan

Am Ankunftstag hatten wir durch die lange aber schöne Fahrt kaum mehr Zeit die Landschaft zu besichtigen, und so ging es am nächsten Tag nach dem Frühstück mit dem Fahrrad durch die Tempellandschaft von Bagan. Phyu Phyu immer mit dem Moped vorneweg. Dabei besichtigten wir unter anderem die Shwezigon-Pagode, die König Anawrahta im 11. Jahrhundert erbaute und die als Urtyp des burmesischen Pagodenstil gilt. Der große vergoldene Chedi ist erheblich bauchiger, als der bei der Shwedagon Pagode in Yangon, aber nicht minder beeindruckend. Zur Mittagszeit waren hier nur wenig Touristen und somit ein ruhiger beschaulicher Ort um kurz zu verweilen. WetKyi-in Gubyaukkyi, Thatbyinnyu, Dhammayangyi, Manuha Tempel, Nanpaya und Ananda Tempel waren die weiteren Stationen in Bagan, die wir so wunderbar mit dem Fahrrad besichtigten. Und dann am Abend fuhren wir noch zur Shwesandaw Paya Pagode um den Sonnenuntergang zu genießen. Leider zieht sie jeden Abend zum Sonnenuntergang aufgrund Ihrer überaus reizvollen Lage und Höhe zahlreiche Touristen an, so dass man fast erdrückt wird. Vielleicht lag es aber auch daran, dass man als Besucher in dieser sonst so verträumten Landschaft nicht mit dermaßen vielen Touristen rechnet. 

Bild 1- 10  zeigt die Shwezigon Pagode Bagan (Myanmar)

Zurück in unserem Hotel in Neu-Bagan ging es nach dem Duschen zum Abendessen ins Dorf. Anfänglich verteilten wir uns auf drei Gruppen, aber wie es nunmal in einem kleinen Dorf so ist, findet man sich schnell in einem heimischen Restaurant wieder, welches wir auch ob der freundlichen Inhaberin und gutem Essen die nächsten Abende besuchten. Da nun am folgenden Tag die Ballonfahrten stattfanden, hatten wir den nächsten Tag für uns. Leider ist drei Anderen und mir dieses Erlebnis verwehrt gewesen, da keine Plätze mehr vorhanden waren und das obwohl wir bereits am Anfang unserer Reise darum gebeten hatten, dieses Erlebnis für uns zu buchen. Leider ist ein Flug nur bei Buchung über Deutschland möglich und es wird nur geflogen, soweit es das Wetter dann auch vor Ort zulässt. Aber ich muss gestehen, ich habe diesen Flug nicht vermisst, und das hatte einen einfachen Grund, I..., M... und ich wollten versuchen einen Platz im Bus zu dem Startplatz der Ballonfahrten zu ergattern. Aber da bestand leider keine Möglichkeit, zudem war I... nicht aufzufinden und so standen M.... und ich an einem verlorenen Morgen um kurz nach Fünf vor dem Hotel in der Dunkelheit mit der Frage, was tun mit dem angebrochenen Tag? 

                                                                                              Ananda Okkyaung Kloster; Dhammayangyi Tempel, Gawdawpalin Tempel

Bild 1- 12  Pagodenfeld Bagan (Myanmar) - Eine der reichsten archäologischen Stätte Asiens-

Kurz entschlossen machten wir uns auf den Weg zur Dhammayazika Pagode. Kurze Zeit später hielt ein Mopedfahrer an, der uns in der Dunkelheit über den Sandweg gehen sah und bot an, uns zur Pagode zu fahren.

So saßen wir in der Dunkelheit zu dritt, bepackt mit Fotoausrüstung und ein wenig Müdigkeit typisch asiatisch auf unseren Weg zum Fotoshoting. Angekommen an der Pagode war diese scheinbar verschlossen, aber die Kette hing nur zwischen den Stäben des Gitters. Es schien in diesem Moment unangebracht dieses so schön erleuchtete Heiligtum wie Diebe zu betreten. Kein Mensch weit und breit, was tun? Eine andere Pagode welche einen wunderbaren Blick zum Sonnenaufgang über das Pagodenfeld erlaubte war in der Dunkelheit nicht auszumachen,  und in diesem Augenblick kam ein Pärchen mit Fahrrädern vorbei, die wohl den gleichen Gedanken hatte wie Martin und ich. Nur die waren nicht so zimperlich, entfernten die Kette, zogen die Schuhe aus, verweilten kurz und gingen wie selbstverständlich mit Kamera bestückt auf die Pagode. Dem Ritual folgten wir alsbald und warteten nun an einem herrlich stillen morgen fast gänzlich alleine an diesem heiligen Ort auf den Sonnenaufgang. Es war ein morgen, wie bestellt. Die Sonne eröffnete mit ihren ersten warmen Strahlen den Ausblick auf eine atemberaubende Landschaft, geprägt von Pagoden eingebettet in die Natur und dem Zauber eines unwirklichen Moments.

Kloster auf dem Taung Kalat (Mount Popa)

Nachdem unsere Ballonfahrer die Pagode überquert hatten, die Fotos geschossen waren und der Tag erstrahlte, fragten wir einen vor der Pagode stehenden Autofahrer ob er uns zurück zum Hotel fahren könne, was er bejahte. Im Hotel angekommen stand schon der Tisch im paradiesischen Garten zum Frühstück bereit. Den restlichen Tag verbrachte jeder auf seine Weise, zumeist mit Fahrradfahren in dieser herrlichen Landschaft. Ab Mittag hatte ich mich Chris angeschlossen. Phyu Phyu hatte einen Ausflug zum Kloster auf dem Taung Kalat organisiert, der auch als Mount Popa bezeichnet wird. Auf dem Weg dorthin hielten wir noch kurz an einer Schnapsbrennerei. Erstaunlich, wie und aus was man alles mal eben diese (teilweise auch sehr leckeren) alkoholischen Stoffe mit einfachen Mitteln herstellen kann. Nur wenig Touristen verirren sich hier her, liegt dieses Kloster mithin etwa 50 km von Bagan entfernt auf dem 737m hohen Vulkankegel Taung Kalat. Man muss schon einige Treppenstufen besteigen und einige Affen verjagen, bevor man die Tuyin Taung-Pagode oben auf dem Gipfel erreicht. Oben angekommen ist die Pagode zwar nicht spektakulär, dafür aber der Ausblick auf das untere Tal. Der Abstecher hat sich im Nachhinein wirklich gelohnt, da man auch mal hinter dieser herrlichen Pagodenlandschaft die Natur und Landbevölkerung sowie ihre Lebensweise kennen lernt. Es ist die Anbetung der Nats (übernatürliche Wesen, Geister) zugegebener Maßen das, was ein etwas anderes Gefühl vermittelt als im verträumten Bagan, aber vielleicht ist ja dieser Kontrast, der einen Besuch zu diesem Heiligtum so unvergleichbar macht.

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