Thailand - von Bangkok nach Chiang Mai


Leider verlief meine diesjährige Tour nicht so erfolgreich wie die der letzten Jahre. Insgesamt bewerte ich diese Reise im gewissen Umfang eher als enttäuschend, wenn man natürlich nicht verleugnen darf, dass einige sehr schöne Tage dabei waren. Allerdings würde durch eine intelligentere und günstigere Streckenführung schon alleine, die Reise sicherlich ein ihr angedachtes Reiseerlebnis eher gerecht werden. Es war kurz um gesagt, die schlechteste Reise des Reiseteams aus Köln. Zudem kommt erschwerend hinzu, dass ich auf einigen Touren aufgrund falscher Angaben im Katalog meine Kamera nicht mitnehmen konnte, und so ist die Auswahl der Fotos dieses mal doch eher gering, was ich hoffe in 2016 nun nachholen zu können. Da geht es dann zum zweiten Teil der Thailand Reise. Unser erster Anlaufpunkt war Bangkok. Während das Hotel weniger empfehlenswert war, hielten die Ziele und Ausflüge das, was der Name Bangkok auch an Erwartungen verspricht. Die Sehenswürdigkeiten wie den Grand Palace , Wat Pho oder auch Wat Arun, Chinatown und auch die Sky bzw. Rooftop Bars sind beeindruckend und werden der Stadt der Engel sowohl traditionell wie auch der moderne gerecht. Und kulinarisch war das Essen hier, wie natürlich in ganz Thailand, jedes mal der Höhepunkt eines jeden Tages. 

Da Wat Arun nicht im Reiseplan berücksichtigt wurde, machte ich mich selbst dorthin auf den Weg. Mit der BTS und den Flusstaxis ist dies überhaupt kein Problem. Allgemein lässt sich mit den öffentlichen Verkehrsmittel in Bangkok jede Sehenswürdigkeit erreichen. So auch der Baiyoke Tower mit seinen 85 Stockwerken, deren Eintritt mit 500 Bath zwar nicht gerade günstig ist, aber eine hervorragende 360° offene Aussicht über Bangkok ermöglicht, nicht touristisch überlaufen ist und durch seine drehende Plattform eine atemberaubende Rundumsicht ermöglicht. In der Sky-Bar erhält der Gast noch einen Drink (im Preis enthalten) und wenn man wie ich zum Sonnenuntergang die Zeit wahr nimmt, ein wunderschöner Tagesausklang.  Auch die anderen Rooftop Bars wie der Lebua State Tower oder die Vertigo and Moon Bar im 61 Stock of the Banyan Tree Hotel laden natürlich jederzeit zu einem Besuch ein. 

Von Bangkok aus ging es einen Tag nach Amphawa zu einer Gastfamilie. Nur leider gab es hier nicht wirklich viel zu sehen und zu unternehmen, kurze Programmpunkte und viel lange Weile. Der angedachte Kochkurs entpuppte sich mehr als schneiden von Gemüse und der Höhepunkt war ein Almosengang der Mönche, nur was fehlte, waren die Mönche selbst, so dass wir erst einen Tempel besuchen mussten, um überhaupt die Almosen notgedrungen an den Ältesten überreichen zu können. Wer einmal in Laos war, kann über solch einen Almosengang nur den Kopf schütteln. Zumindest an diesem Tag auf dem Weg zurück nach Bangkok gab es dann aber wenigstens einen interessanten Ausflug zum Amphawa Floating Market, einer der größten schwimmenden Märkte Thailands, ca. 90 Minuten von Bangkok entfernt. Hier auf den Kanälen findet man eine Vielzahl an thailändischen Händlern, die von kleinen Booten aus Souvenirs, Obst, Gemüse und Textilien verkaufen. Ein Besuch ist hier die Reise wert und ein schöner Ausgleich für den verlorenen Tag zuvor. Da die Eisenbahn zur Zeit nicht durch den Maeklong Railway Markt fährt, war dieser Besuch zuvor leider ebenso wenig abenteuerreich und eher einem Pausenfüller gleich, den es zu erwähnen hier an dieser Stelle daher auch nicht weiter bedarf.

Wieder in Bangkok angekommen, ging es noch am gleichen Abend nach zuvor mehrstündiger Wartezeit per Nachtzug nach Chiang Mai. Chiang Mai selbst wurde leider durch eine ausschließlich für diesen Tag neu engagierte Reiseleitung viel zu sparsam gewürdigt. Ein kurzer Besuch des Wat Phra That Doi Suthep, eine buddhistische Tempelanlage und ein Königlicher Tempel, zudem das Wahrzeichen Chiang Mai`s etwa 15 km westlich vom Stadtzentrum liegend oder die etwas mehr als fünf minütige Rikschafahrt waren dem Reiseverlauf im nach hinein gedacht, wirklich zu keiner Zeit angepasst. Schade, denn Chiang Mai im Norden Thailands ist eines der schönsten Städte und wird auch als Rose des Nordens bezeichnet. Sehenswert sind hier neben der umgebenden Landschaft die sehr vielen historischen Tempel und Tempelanlagen wie u. a.  Wat Phra Sing oder Wat Chedi Luang sowie auch seine Märkte und Bazaare.

Die Landschaft in und um Chiang Mai zeichnet sich durch wunderschöne Flusslandschaften, lange Gebirgsketten, Wälder und Wiesen aus. Es war der Startpunkt unserer Trekkingtouren, die gekennzeichnet waren durch Wanderungen im Regenwald, Elefantenritten, Baumbusfloßfahrten und Begegnungen der hier lebenden Dorfbewohnern. Eine davon führte uns auf dem Mae Tang Fluss in einer drei stündigen Wildwasser-Rafting Tour vom Bergdorf Baan Pang Khao Laam hinunter nach Baan Pong Ngan. Eine beeindruckende und fantastische dreistündige Wildwasser Bambus Floßfahrt die seinesgleichen sucht. Am Ende dieses Abenteuer ging es zuerst mal wieder  für eine  Übernachtung zurück  nach Chiang Mai.  Am nächsten morgen starteten wir bereits früh zum Dorf Mae Kampong. Ein wunderschön gelegenes Dorf mitten in der von Tee- und Kaffeeplantagen eingebetteten Natur. Dorf- und Landschaftsbesichtigung gehörten wie auch eine Thai-Massage zum Programm und ein für uns genial zubereitetes Abendessen der Gastfamilien rundeten diesmal einen  herrlichen  Tag  ab. 

Von  hier ging es  abweichend  vom Reiseverlauf zuerst  zurück  nach Chiang Mai, um unsere nächste Trekkingetappe zu starten. Doch durch diese gravierende Änderung endete der eigentlich angedachte Trekkingtag als reiner Fahrtag größten Teils sitzend in einem Songthaews und entpuppte sich dadurch als Totalausfall. Die nächsten Tage waren geprägt durch einen ansprechenden Trekkingtag, einer späteren Floßfahrt und einem Elefantenritt, die beide aber entgegen der ersten Tour mehr Touristenflair aufwiesen und weniger ansprechend waren. Besonders der Besuch eines Dorfes der Langhalsfrauen entpuppte sich dann doch mehr als touristische Verkaufsstraße und weniger als wirkliche Dorfbesichtigung, dessen Besuch für mich mehr als Flop einzustufen war, mal abgesehen von dem ein oder anderen Mitbringsel. Dieser Reisebaustein erlaubte wenig authentische Einblicke in das Leben dieser einzigartigen Kultur. Das bedingt das dieser Teil unserer Reise daher nicht viel mit dem eigentlichen Sinn einer authentischen Begegnung mit den Völkern einer uns fremden Lebensweise zu tun hatte. Lediglich der leider viel zu kurze und durch die späte Anreise kurzwellige Aufenthalt in Pai, bei dem ich hier entgegen der Reiseausschreibung mit einem, allerdings netten anderen Reiseteilnehmer, mir ein Zimmer teilen musste, war ein reizvolles Ausflugsziel in der Provinz Mae Hong Son im Norden Thailands mit einer abendlichen Besichtigung der Tempelanlagen Wat Phra That Doi Kong Mu und Wat Chong Kham/Klang.

Da unsere Fahrt nun von hier aus wieder nach Chiang Mai zurück ging, war auch der folgende Tag geprägt von einer langen strapaziösen Fahrzeit. Diese Zerstückelung von Hin- und Herfahrten führten letztendlich dazu, dass neben den langen, aber unnötigen Fahrzeiten im besonderen Chiang Mai mehr oder weniger zerstückelt besucht wurde, wodurch die eigentlichen Erkundung der Sehenswürdigkeiten und Märkte dann doch mehr oder weniger negativ beeinträchtigte wurde. Unglücklich war bis hierher auch die Vielzahl von ständig wechselnden Tour Guides. Die Bindung zur Gruppe kam daher bei dieser Reise nie wirklich zustande, ein Vorgang der bei meinen bisherigen  Reisen durch  diese hier ungewohnte  Aufgabenteilung der RL und Tourguides in dieser Form niemals zu Tage getreten ist. 


Der Rest unserer Reise ist daher auch recht schnell erzählt. Die Fahrt mit dem Nachtzug von Chiang Mai nach Bangkok war diesmal in einem älteren Train, so dass die Klimaanlage unser Vierer Abteil eher wie einen Kühlschrank runter kühlte und ein Schlafen wegen der extremen Kälte und zu dünner Decke nur sehr eingeschränkt zuließ. Das nächste zu erwähnende Ziel war noch Hua Hin, dessen Besuch sich als lohnendes Ziel erwies, wenn auch der Strand nicht mit einigen anderen Stränden Thailands mithalten kann, so ist die königliche Sommerresidenz am Golf von Siam jederzeit einen Aufenthalt wert, zumal auch das Hotel in dem wir unter gebracht waren, das gehalten hat, was versprochen wurde. Sehr lohnend und sehenswert war im Laufe des weiteren Weges unser Ausflug zum Tempel in der Phraya Nakhon Cave. Dieser mystische Ort befindet sich auf einem Berg in einer offenen Höhle auf ca. 430m im Sam Roi Yot NP, ca. 82 Km von Cha Am und ca. 57 Km von Hua Hin entfernt. Man erreicht ihn von einem Visitorcenter aus über einen schönen Wanderweg entlang der Küste und steigt alsdann einen schroffen, teils rutschigen Pfad hinauf. Um das Licht in der Höhle und dem in der Höhle befindlichen Tempel auch entsprechend zu erhalten, ist ein Besuch am frühen Mittag ratsam, da hier das Licht entsprechend gebrochen wird. Es empfiehlt sich  für den nicht immer einfachen Weg an heißen Tagen genügend Trinkwasser mitzunehmen.

Die Tage in Bang Saphan oder Chumphon waren eher Übernachtungen auf den Weg nach Krabi. Die Programmpunkte dieser Tage entpuppten sich eher als Kurzstopps und hatten wenig an Höhepunkten, und waren mehr oder weniger schöne kurze Aussichtsgelegenheiten. Die mithin schönsten Tage dieser Reise war der Aufenthalt kurz vor Ende unserer Etappe im Khao Sok Nationalpark. Die Anlage Kho Sok Riverside Cottages mit den Wanderungen in der Umgebung und einer wunderbaren Kanufahrt bot einen gemütlichen, friedlichen und idyllischen Abschluss einer nicht immer sehr gelungenen Reise durch Thailand. Was bis dato mir allerdings noch nicht bewusst war, war hier zu diesem Zeitpunkt noch die Freude auf Krabi vorhanden. Der Abschluss in Krabi in Ao Nang entpuppte sich später allerdings für mich leider als ein völliger Reinfall. Ein in einer Seitenstraße gelegenes Hotel was als erstes einmal Deposit verlangt und damit seine Gäste wohl als unredlich ansieht, bevor überhaupt ein Schlüssel ausgehändigt wird, neben einer Baustelle gelegen, die Zimmern optisch kalt und steril ließen wenig Freude bei mir aufkommen. Lediglich das Frühstück war sehr gut. Krabi Ao Nang, ein Ort der eher als Startpunkt für Ausflüge zu den umliegenden Inseln genutzt wird und touristisch sehr überlaufen ist, konnte mich nicht begeistern, so dass es soweit ging dass ich diesen Ort nicht länger ertragen konnte und buchte mir daher ein Zimmer in Krabi Town für den letzten Tag dieser Reise. Der Besuch des Nachtmarkt und ein Ausflug zu einer nahegelegen Höhle mit einheimischen Bootsleuten war dann noch ein wenig versöhnlicher Abschluss, wenn auch nicht das, was man zum Ende einer solchen Reise erwartet.  Es sollte allerdings noch  nicht der letzte mittelmäßige Abschnitt meiner Reise werden. 

Der Höhepunkt folgte nachdem wir bereits um 12:00 Uhr Mittags unsere Hotelzimmer räumen mussten, ging es um 15:00 Uhr zum Flughafen nach Phuket. Da stellte sich mir natürlich die Frage, warum der Abschluss dieser Reise nicht gleich in Phuket stattfand. Nach 20:00 Uhr ging unser Flieger Richtung Abu Dhabi. Somit hatten wir bereits über 7 Stunden Anreise- und Wartezeit zum Flughafen, nochmals über 6 Stunden Flug um dann zu erfahren, dass der Weiterflug von Abu Dhabi nach Frankfurt mit Etihad Airways auf den nächsten morgen verlegt wird. Daraus entstanden nochmals über 8 Stunden Verspätung, eine Übernachtung im eiskalten Flughafen auf einer stählernen Bank, bzw. auf dem bloßen Fußboden.  **  Wie anders hätte diese Reise diesmal auch enden können?

 


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