Wat Phou -

wiederentdeckter Tempelkomplex in klassischer Khmer-Architektur

 

Wat Phou   ist   eine  herrlich   gelegene  und  zudem  wohl  auch  die   bedeutendste,  heilige buddhistische Khmer Stätte außerhalb Kambodschas. Sie liegt in der Region Champasak und spiegelt die kulturellen Gegebenheiten der Khmer zwischen dem 10. bis 14. Jahrhundert n.Chr. im Zusammenhang der Einbindung einer sinnbildhaften Landschaft sowie Ihrer esoterischen Bedeutung mit der natürliche Um­ge­bung wieder. Der Eingang führt über die Prozessionsstraße zwischen zwei Wasserbecken am Männer- und Frauenpavillon vorbei über eine Steinterrasse zur Statue von Pranga Kammatha und von hier weiter bergauf zum Haupttempel bis zur heiligen Quelle.

Die Anlage war ursprünglich dem Hindu-Gott Shiva und heidnischen Ritualen gewidmet und steht heute unter dem Schutz des Erleuchteten. Wat Phou ist eine weiträumige, atemraubende Anlage in einer lieblichen Bergregion in Südlaos und war nach den heutigen Erkenntnissen einst wahrscheinlich das architektonische Vorbild für Angkor Wat in Kambodscha. Die Anlage ist aufgrund seiner Größe und der bestehenden, aber auch verfallenen Gebäuden erheblich kleiner, aber dafür traumhaft gelegen und nicht so überlaufen wie Angkor Wat. Indes sollte man ein wenig gut zu Fuß sein, sich die Zeit nehmen und auch die Landschaft einfach mal genießen können, denn wer hier ein zweites Angkor Wat erwartet wird wohl eher ein wenig enttäuscht sein. Es ist mehr die Lage, die Geschichte und der Spirit der Anlage, welches in uns durch ihre Gesamtheit ein einzigartiges Gefühl und Erlebnis widerspiegeln lässt.

Von Wat Phou aus fuhren wir entlang des östlichen Mekongufer auf der Nationalstraße 13, eine Straße die von der chinesischen bis zur kambodschanischen Grenze durch ganz Laos führt, nach Don Khong. Don Khong ist eine der größten Flussinsel im Mekong, nicht weit entfernt von der kambodschanischen Grenze gelegen. Vom Ort Ban Hat Xai Khun verkehrt eine Fähre über dem Mekong die uns vom Festland auf die Insel führt. Von hier aus beginnt das Mekong-Delta mit seinen "4000 Inseln". So starten wir an diesem Tag unseren ganztägigen Ausflug per Boot in die Umgebung der „4.000 Inseln“, was uns nach Ban Nakasang und  den Liphi-,  den Tad Fan mit über 100 Meter Fallhöhe sowie zu dem Khon Phapheng-Wasserfall führte. Wir shipperten mit dem Boot hinaus zur kambodschanischen Grenze, setzten über und befanden uns sodann auf der kambodschanischen Seite, um in einem zufälligen Augenblick eventuell die Irawadi Süßwasser-Delphinen zu erblicken. Und tatsächlich konnten wir einige dieser seltenen Exemplare sehen, aber diese hielten sich leider in einiger Entfernung auf und waren so nur sehr schwer im braunen Fluß zu erkennen. Beeindruckend aber an diesem Tag waren die Ausflüge an die Wasserfälle, hier stürzen im Schnitt pro Sekunde 11.000 m³ Wasser unter lautem Getöse  bis zu über 20m in die Tiefe um den sich hier ausdehnend, voller Kraft strotzenden Mekong ein ganz anderes Gesicht zu verleihen, bevor er nach Kambodscha seine weitere Richtung entgegen strebt.

Langsam wurde es Zeit, sich von Laos zu verabschieden. Einen letzten Tag noch in diesem bezaubernden Land und einem kurzen Elefantenritt zum Hügel Vat Phou Asa, eine steinerne Anlage deren Ursprung und Zweck ebenso wie die Ebene der Tonkrüge bis heute nicht wirklich bekannt ist. Von hier geht es zurück ins 140 km entfernte Pakse, um am nächsten Morgen unseren Flug nach Siem Reap zu starten. Die Übernachtung im alten auf einem Hügel erhaben gelegenen ehemaligen Palast des Königs von Champasak war sodann auch ein gelungener Abschluss einer 15 tägigen Tour durch eines der großartigsten Länder in Südost-Asien. Tempel, gelebter Buddhismus, herzliche Menschen und Sticky Rice, der in kleinen geschlossenen Körbchen gereicht und mit den Fingern gegessen wird, zu einem Glas Bier, Wasserfälle des großen Mekong und großartige Höhlen, all das ist Laos!

 

Khop Chai”

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